Projekt

Kickoff Mai 2025

Am 12. Mai 2025 fand der Kickoff von „SiSKIN Applied: Großflächiger Stromausfall – Möglichkeiten zur Teilversorgung von kritischen Infrastrukturen“ am Campus Freudenberg der Bergischen Universität Wuppertal statt. Hier trafen sich die verschiedenen Projektpartner sowie die assoziierten Partner zu einem ersten gemeinsamen Austausch.

Projektziel

Das nun dreijährige Forschungsprojekt „SiSKIN Applied“ stellt das Nachfolgerprojekt von „SiSKIN: Großflächiger Stromausfall – Möglichkeiten zur Teilversorgung von kritischen Infrastrukturen“ dar, welches nun optimiert und weiterentwickelt wird.

Das SiSKIN Applied Konzept

Bei dem SiSKIN Applied Konzept geht es um die Aufrechterhaltung der lokalen Stromversorgung im Falle eines Blackouts durch die Bildung von Inselnetzen, an denen nach und nach verschiedene Kritische Infrastrukturen (KRITIS) angeschlossen werden sollen.

Im Normalbetrieb liegt ein Übertragungsnetz vor und dahinter das Verteilnetz mit den verschiedenen Kritischen Infrastrukturen und Erzeugungsanlagen. Im optimalen Fall sind zudem schwarzstartfähige Anlagen vorhanden, welche ohne externe Stromversorgung auch in einem Blackout in Betrieb gehen können. Ein besonderer Bestandteil des SiSKIN Applied Projekts ist nun auch die Erforschung, wie Erneuerbare Energien und moderne Speichertechnologien in den Aufbau der Inselnetze im Falle eines großflächigen Stromausfalls integriert werden können.

Kommt es nun zu einem Blackout, wird nach Absprache, falls diese möglich ist, zwischen den Verteilnetzbetreibern (VNB) und Übertragungsnetzbetreibern (ÜNB) besprochen, ob das SiSKIN-Konzept angewendet werden kann. Stehen unter Umständen andere Nachbarnetze noch unter Spannung, von denen das Netz wieder aufgebaut werden kann? Anderenfalls kann das SiSKIN-Konzept greifen. Dieses ist ein Bottom-Up-Konzept, bei dem versucht wird, mit den vorhandenen (schwarzstartfähigen) Kraftwerken und Netzbildnern ein Inselnetz aufzubauen, um somit Schritt für Schritt verschiedene priorisierte KRITIS mit Strom zu versorgen. Je größer das Inselnetz und je mehr Erzeuger hinzugefügt werden können, desto mehr Kritische Infrastrukturen können an das Netz angeschlossen werden.

Durch volatile Einspeisung aus beispielsweise Photovoltaik oder Windenergie kann das Netz auch zeitweise vergrößert werden. Fällt diese wiederum weg, weil zu wenig Sonne scheint oder zu wenig Wind weht, werden notfalls wieder Lasten aus dem Netz genommen und das Inselnetz verkleinert.

Ist das überlagerte Netz wieder in Betrieb, wird versucht, das Inselnetz mit diesem wieder zu synchronisieren.

Durchführung

Das Konzept wird auf verschiedene Verteilnetzbetreiber angewendet und ein Leitfaden entwickelt, der weitere Verteilnetzbetreiber bei der Vorbereitung auf einen Blackout unterstützt.

Darüber hinaus erfolgen Versuche im Smart Grid Labor und im Feldtest mit besonderem Fokus auf erneuerbaren Energien und modernen Speichertechnologien.

Durch diesen Ansatz soll die Abhängigkeit heutiger Notfall- und Krisenbewältigungskonzepte bei einem großflächigen Stromausfall von dem Einsatz mobiler Notstromaggregate verringert werden.

Im Laufe des Projekts wird sich mit verschiedenen Arbeitsschritten beschäftigt, die in folgender Abbildung dargestellt werden.

 

Arbeitsschritt

Blackout Vorbereitungsworkshops

Im Dezember 2025 wurde mit den Blackout Vorbereitungsworkshops begonnen und bereits zwei Workshops mit assoziierten Partnern durchgeführt.

Ziel der Workshops ist es unteranderem, herauszufinden, wie der Status Quo bei den Verteilnetzbetreibern (VNB) aussieht, beispielsweise wie diese strukturell und organisatorisch aufgestellt sind. Außerdem geht es darum, wie aktuelle Prozesse laufen und welche Prozesse verändert werden müssen, um das SiSKIN Konzept erfolgreich zu integrieren.

Als besondere Methode wird in den Workshops Playmobil Pro verwendet, welche anschaulich und lebhaft die Zusammenhänge verschiedener Prozesse und Akteure in den verschiedenen Phasen vor, während und nach einem Blackout mit Hilfe von Playmobil-Figuren visualisiert.

Arbeitsschritt

Stakeholderanalyse

Welche Akteure sind durch das Projekt SiSKIN Applied betroffen? Welche haben Einfluss auf das Projekt? Wie wirken die Stakeholder untereinander?

Um diese verschiedenen Akteure zu identifizieren, wird im Laufe des Projekts eine Stakeholderanalyse durchgeführt. Ziel ist es, die verschiedenen Akteure umfassend zu ermitteln und die Zusammenwirkungen dieser herauszufinden.  Wo könnten unter Umständen Herausforderungen entstehen? Welche Akteure müssen noch beachtet werden? All diese Fragen sollen mit Hilfe der Stakeholderanalyse geklärt werden, um das Projekt bestmöglich umzusetzen.

Vor diesem Hintergrund werden Experteninterviews mit verschiedenen Gruppen, wie beispielsweise Kritischen Infrastrukturen, Bürger:innen und Organisationen, durchgeführt. Dadurch sollen möglichst viele verschiedene Stakeholder identifiziert werden, die für die Umsetzung des Konzepts SiSKIN Applied relevant sind.

Die unten abgebildete Grafik stellt nur eine Beispielgrafik dar und ist nicht als vollständig zu betrachten.